Liebe Natur- und Pilzfreunde,
draußen schüttelt Frau Holle gerade wieder sämtliche Betten über uns aus, deshalb setze ich meine Serie über Pilze an Holz fort.
Einen weiteren persönlichen Erstfund möchte ich euch etwas detaillierter vorstellen. Nach sämtlichen Recherchen halte ich ihn für den
Wurzelschwamm Heterobasidion annosum. Den Pilz habe ich dreimal gefunden, jeweils an Kiefer. Die Fruchtkörper sind völlig unregelmäßig geformt und bilden bei meinen Funden nur teilweise Hüte aus. Dieser Hut hier ist 5 cm breit und steht 3 cm vom Substrat ab. Nach LAUX werden Hüte 5 - 10 (-20) cm breit und stehen 5 - 10 cm vom Substrat ab.
Auf dem Bild oben ist links unten ein Oberflächenbereich zu sehen, sie ist runzelig-höckerig, samtig und rotbraun. Nach LAUX soll die Hutfarbe hellbraun- bis rotbraun, alt dunkelbraun bis schwärzlich sein, in der Wachstumsphase am Rand weiß. Hellbraune "Hüte" sind auf dem nächsten Bild zu sehen. Was keiner der drei Funde aufweist, sind unregelmäßig konzentrisch gezonte Hutoberflächen. Meine Funde hatte eigentlich nicht so stark ausgeprägte Hüte.
Der Pilz wächst aber auch resupinat, wie auf dem nächsten Bild zu sehen.
Zu den Poren: der Pilz hat 2 - 4 Poren pro Millimeter, meiner hat nachgemesse 2 Poren/mm. Poren rundlich-eckig, weißlich bis cremefarben-ockerlich. Das trifft hier zu (die Farbe auf dem Bild ist etwas weißer als tatsächlich).
Die Röhren sind bei mehrjährigen Fruchtkörpern mehrfach geschichtet, pro Schicht 2 - 5 mm lang. Bei dem hier gezeigten Fund sind es nachgemessene 3 mm. Die Trama ist frisch elastisch, zäh, trocken hart, holzig, weißlich bis cremefarben. Dieses Exemplar ließ sich tatsächlich gar nicht so leicht durchschneiden, aber er lag auch draußen und war wohl gefroren. Aber die Farbe paßt zur Beschreibung im Buch. Es sind auch mehrere Schichten erkennbar.
Der Pilz verströmt einen intensiven Pilzgeruch, der etwas säuerlich ist. Keine Reaktion auf Druck. Er lebt an der Basis von lebenden und abgestorbenen Nadelbäumen, seltener an Laubholz. Er ist ein gefürchteter Parasit, weil er die Bäume über das Wurzelwerk infiziert, und erzeugt eine intensive Kernfäule, die das Holz rötlich braun färbt. Sie wird häufig irrtümlich als Rotfäule bezeichnet, obwohl es sich um eine Weißfäule handelt.
Ebenfalls ein persönlicher Erstfund ist die
Vielgestaltige Kohlenbeere Hypoxylon multiforme. Die Kohlenbeeren wuchsen an einem am Boden liegenden, noch berindeten Birkenast. Sie kommt außerdem an Traubenkirsche und Erle vor, selten an anderen Laubhölzern. Die Fruchtkörper wachsen zu länglichen Krusten zusammen. Die Oberfläche ist jung braun-rotbraun, alt schwarz, wellig gebuckelt und hat viele kleine "pickelige" Höckerchen. Falls diese Art nur mikroskopisch eindeutig feststellbar sein sollte, dann kann meine Zuordnung auch falsch sein.
Und noch eine Kohlenbeere habe ich erstmals gefunden, die
Zusammengedrängte Kohlenbeere Hypoxylon cohaerens, die sich nach längerer Diskussion doch als
Hypoxylon fragiforme Rötliche Kohlenbeere herausgestellt hat.. Die Fruchtkörper sind anfangs rötlich, alt schwarz. Das Bild ist leider nicht so toll geworden, es war inzwischen schon recht dunkel geworden und hat geregnet.
Sie stehen sehr dicht beieinander und wachsen teilweise zu kompakten Belägen zusammen. Das ist auf dem nächsten Bild oben rechts am Ast erkennbar. Der Pilz kommt ganzjährig an Buchenästen vor.
Weil noch ein Bild geht, gibt es mal wieder einen Klassiker, der sich fotogen platziert hat, den
Samtfußrübling Flammulina velutipes.
Viele liebe Grüße von
Sabine